Nadine Kühn zum dritten Mal mit dem Roswitha-Ring ausgezeichnet
Zum ersten Mal in der Geschichte der Gandersheimer Domfestspiele hat eine Schauspielerin zum dritten Mal den Roswitha-Ring der Stadt Bad Gandersheim erhalten: Nadine Kühn bekam die Auszeichnung auch in diesem Sommer für eine hervorragende künstlerische Leistung auf der Bühne des größten professionellen Freilichttheaters in Niedersachsen aus den Händen von Bürgermeister Niklas Kielhorn. Der Roswitha-Ring wird in Erinnerung an die erste deutsche Dichterin Roswitha von Gandersheim seit 1975 verliehen, seit 1998 als Publikumspreis. Die Zuschauerinnen und Zuschauer konnten online unter den zwölf weiblichen Ensemble-Mitgliedern wählen und für ihre Favoritin abstimmen. Nadine Kühn bekam in diesem Jahr als Auszeichnung erneut einen Ring, nachdem sie in den vergangenen beiden Jahren 2024 und 2025 bereits einen Ring und einen Armreif erhalten hatte.
Wer den Preis erhalte, entscheide allein das Publikum durch „sein ganz persönliches Herzensvotum“, sagte Bürgermeister Niklas Kielhorn. „Das macht diesen Ring so besonders: Er ist gelebte Verbindung zwischen Bühne und Publikum, Anerkennung und Dank in einem.“ In diesem Jahr sei der Wettbewerb um den Roswitha-Ring wegen vieler starker Rollen besonders spannend gewesen. Verdient hätten ihn eigentlich alle Darstellerinnen, denn sie alle hätten Abend und Abend und Rolle für Rolle vom Familienstück bis zum Musical dazu beigetragen, dass „aus vier Produktionen ein großer Theatersommer geworden ist“, sagte der Bürgermeister.
Nadine Kühn spielte in diesem Sommer die Titelrolle der Heiratsvermittlerin Dolly Levi im Musical „Hello, Dolly“ und in der Kriminalkomödie „Die acht Frauen“ die Augustine. Nadine Kühn stand im vierten Jahr in Bad Gandersheim vor der Stiftskirche auf der Bühne, in den vergangenen Sommern war sie June Carter in „Walk the Line – die große Johnny-Cash-Show“ sowie Fräulein Kost im Musical „Cabaret“, Agnetha in „Dancing Queen – das große ABBA-Konzert“ sowie in den Musicals „Bonnie & Clyde“ und „My Fair Lady“ zu sehen.
Er freue sich sehr für die Roswitha-Ring-Preisträgerin, „weil Du eine Schauspielerin bist, die ihre Figuren wirklich zum Leben bringt“, sagte Intendant Achim Lenz in seiner Laudatio. Es sei wahrscheinlich das schönste Kompliment, welches man einer Schauspielerin machen könne, „dass man ihr nicht dabei zusieht, wie sie spielt, sondern wie jemand lebt“. Nadine Kühn könne groß spielen, ohne groß zu tun, sie spiele niemals eine Wirkung, „aus einer Musicalfigur wird ein Mensch.“ Eine wirklich gute Schauspielerin müsse sehr weit weg von sich selbst gehen können. „Sie muss andere Menschen verstehen können, ihre Widersprüche, ihre Sehnsüchte, ihre Schwächen, ihre Eitelkeiten, ihre Geheimnisse“, sagte Lenz. „Nadine kann das.“ Natürlich beherrsche sie alle Techniken der Schauspielkunst. „Aber dieses letzte kleine Etwas, dieses Gespür für Wahrheit, das kann man nicht erzwingen, man muss es besitzen.“ Nadine Kühn habe in dieser Spielzeit den Zuschauerinnen und Zuschauern sehr unterschiedliche Menschen geschenkt. „Du hast uns zum Lachen gebracht, Du hast uns berührt, Du hast uns überrascht, Du hast uns manchmal wahrscheinlich auch ein bisschen den Spiegel vorgehalten“, sagte der Intendant. „Du hast uns vor allem daran erinnert, was Theater kann, wenn eine Schauspielerin nicht versucht, uns etwas zu beweisen, sondern bereit ist, uns einen Menschen zu zeigen.“
Die Roswitha-Ring-Preisträgerin überreichte allen elf weiteren Darstellerinnen des Ensembles aus Dankbarkeit für die gemeinsame Arbeit jeweils einen „Gandesheimer-Domfestspiel-Ring“. Diese Ringe hatte sie vor der Spielzeit für den Fall der Fälle vorbereitet und Dramaturgin Jennifer Traum zu Verwahrung übergeben. Nadine Kühn dankte Intendant Achim Lenz für die vielen tollen Frauenrollen, die es in diesem Sommer zu spielen gegeben habe (u.a. in „Die acht Frauen“), sowie für den Mut, die Rolle der Dolly mit einer jüngeren Darstellerin zu besetzen, oder Männerrollen auch von Frauen spielen zu lassen (Geppetta in „Pinocchio“). Noch immer gebe es im Theater leider mehr Männer- als Frauenrollen, Feminismus bedeute für sie Gleichberechtigung, sagte Nadine Kühn, also ebenso viele Rollen für Frauen wie für Männer, und das bei gleicher Bezahlung.
Bei der Preisverleihungsfeier würdigten traditionell wieder die männlichen Darsteller ihre Kolleginnen mit humorvollen Einlagen. Für Nadine Kühn übernahm das Dominik Müller, der gemeinsam mit der Roswitha-Ring-Preisträgerin in „Hello, Dolly“ auf der Bühne stand.
Aus den Händen von Bürgermeister Niklas Kielhorn hat Nadine Kühn den Roswitha-Ring 2026 sowie die Urkunde der Stadt Bad Gandersheim erhalten.
Foto: Gandersheimer Domfestspiele gGmbH / Frank Bertram
Ein Ring für alle Frauen des Ensembles 2026 (v.l.): Pauline Schubert, Jeanne Rehe, Ellen Kärcher, Theresa Löhle, Emily Seubert, Rahel Wissinger, Nadine Kühn, Martina Pallinger, Felicia Aimée, Lisa Radl, Valerija Laubach, Eva Paulina Loska.
Foto: Gandersheimer Domfestspiele gGmbH / Frank Bertram













