Krimi-Komödie Die acht Frauen: Wer spielt mit, wer führt Regie?

Eine aufregende Mischung aus Spannung, Intrigen und Humor mit cleveren Dialogen und überraschenden Wendungen ist die Kriminal-Komödie „Die acht Frauen“ von Robert Thomas. „Ich freue mich darauf, ein solches Frauenpower-Stück inszenieren zu können und mit einem Team von spannenden Frauen zusammenarbeiten zu dürfen“, sagt Regisseurin Sarah Speiser, die wieder das Schauspiel bei den Gandersheimer Domfestspielen in diesem Sommer inszenieren wird. „Es war ein Vergnügen, acht große und wichtige Rollen an Frauen zu vergeben.“ Premiere vor der Stiftskirche ist am 26. Juni.

Die acht Frauen, die das Ensemble des Kriminal-Schauspiels bilden, haben bis auf zwei alle schon auf der Bühne der Gandersheimer Domfestspiele gespielt. Neu ist Valerija Laubach, die die Rolle der eleganten Hausherrin Gaby spielt. „Ich freue mich darauf, den Beweggründen und den Prinzipien im Leben dieser Figur auf den Grund zu gehen“, sagt die Schauspielerin aus Hamburg, die bei der Audition für die Rolle gecastet wurde. „Gaby ist es wichtig Haltung zu bewahren, sie wirkt fast kühl, geheimnisvoll. In ihrem Inneren ist sie aber alles andere als kalt – sie ist eine Frau voller Emotionen.“

Erstmals auf der Bühne agiert Martina Pallinger als Louise, einem geheimnisvollen und aufmüpfigen Zimmermädchen; im vergangenen Sommer war sie als Regieassistentin bei „Der kleine König Artus“ und als Abendspielleitung beim Musical „Cabaret“ hinter den Kulissen dabei. „Ich habe natürlich den Film gesehen und werde ein paar Aspekte daraus mitnehmen, aber ich möchte als Darstellerin meine eigene Geschichte mit dieser Rolle erzählen“, sagt die gebürtige Österreicherin. „Wo kommt Louise her, was hat sie in dieses Haus geführt, warum ist sie Zimmermädchen geworden, was hat sie heute zu dem gemacht, was sie ist?“

Die Rolle der hübschen älteren Tochter Susanne spielt Emily Seubert. Sie war vergangenen Sommer Ginevra in „Der kleine König Artus“ und Lysander in „Ein Sommernachtstraum“. 2024 spielte sie erstmals bei den Gandersheimer Domfestspielen: Alice in „Alice im Wunderland“ und die Gräfin Andrenyi in „Mord im Orient-Express“.

Die übermütige jüngere Tochter Catharine verkörpert Felicia Aimee. Die gebürtige Schweizerin spielte vergangenes Jahr den Schnock in „Ein Sommernachtstraum“ und im Ensemble von „Cabaret“ das Kit-Kat-Girl Inge.

Die Rolle von Gabys Mutter Mamy übernimmt Ellen Kärcher. Sie spielte 2024 die Prinzessin Dragomiroff im „Mord im Orient-Express“ und u.a. Cumie Barrow im Musical „Bonnie & Clyde“. 2023 war sie in Bad Gandersheim als Mrs. Higgings in „My Fair Lady“ und in mehreren Ensemble-Rollen in „Der Graf von Monte Christo“ zu sehen.

Gabys Schwester Augustine spielt die zweifache Roswitha-Ring-Preisträgerin Nadine Kühn. Sie war im vergangenen Sommer June Carter in „Walk the Line – die große Johnny-Cash-Show“ sowie Fräulein Kost im Musical „Cabaret“. In den zwei vorigen Sommern war sie als Agnetha in „Dancing Queen – das große ABBA-Konzert“ sowie in den Musicals „Bonnie & Clyde“ und „My Fair Lady“ zu sehen.

Die Rolle der rechtschaffenen Köchin des Hauses, Madame Chanel, übernimmt Lisa Radl. Die gebürtige Österreicherin spielte im vergangenen Sommer im Musical „Cabaret“ das Kit-Kat-Girl Babsi sowie Soldat/Drache in „Der kleine König Artus“.

In der Rolle des unerwarteten Besuchs spielt Eva Paulina Loska die Pierrette. Sie war vergangenen Sommer der Puck in „Ein Sommernachtstraum“ sowie Merlin in „Der kleine König Artus“. 2024 stand sie in Bad Gandersheim im Familienstück „Alice im Wunderland“ und als Greta Ohlsson in „Mord im Orient-Express“ auf der Bühne.

Um was geht es in dem Stück? Ein eingeschneites Herrenhaus, irgendwo in Frankreich. Gaby, die Hausherrin, erwartet den Besuch ihrer ältesten Tochter Susanne. Plötzlich verkündet die junge Hausangestellte Louise, dass Gabys Ehemann tot in seinem Bett liegt, hinterrücks erstochen. Schnell wird klar: Eine der anwesenden acht Frauen muss die Tat begangen haben. Die Damen beginnen, gegeneinander zu ermitteln und sich gegenseitig zu verdächtigen. Dabei kommen allerlei Geheimnisse ans Licht.

Zum Team um Regisseurin Sarah Speiser aus der Schweiz gehört auch wieder Sonja Elena Schroeder aus Göttingen, die wie bereits beim „Sommernachtstraum“ im vergangenen Jahr und bei „Mord im Orient-Express“ 2024 wieder für die Ausstattung zuständig ist und diesmal ein verschneites Herrenhaus als Kulisse bauen darf. Für die Musik wird Ferdinand von Seebach sorgen, erzählt Sarah Speiser, es soll dabei eine Mischung aus Krimi-Soundtrack und einzelnen Songs für einige der Frauen geben, vielleicht auch einen Chor. Hier sei aber noch vieles offen und erst im Entstehen. Das Element Gesang soll genutzt werden, um Gefühle anders ausdrücken oder Konflikte austragen zu können. Ja, der Krimi „Die acht Frauen“ habe Ähnlichkeiten mit dem „Mord im Orient-Express“, räumt Sarah Speiser ein. Aber es gibt Unterschiede: Die Komplexität der Konflikte ist intensiver. Es gibt keinen unschuldigen Detektiv als Ermittler, auch wenn Susanne ein bisschen diese Aufgabe übernimmt, nachhakt und allem auf die Spur geht. Immer mehr Indizien kommen mit der Zeit auf den Tisch, das bringt immer wieder den Fokus auf eine andere der acht Frauen, die miteinander verwandt sind oder sich schon lange kennen.

Die Gandersheimer Domfestspiele bieten für die Vorstellung von „Die acht Frauen“ am 11. Juli eine live gesprochene Audiodeskription für Sehbehinderte und Blinde an, bei der über Kopfhörer erzählt wird, was auf der Bühne passiert. Wer den kostenlosen Service der Audiodeskription in Anspruch nehmen möchte, sollte sich rechtzeitig in der Kartenzentrale melden.

Sie spielen „Die Acht Frauen“ Valerija Laubach, Emily Seubert, Nadine Kühn, Martina Pallinger, Felicia Aimee, Lisa Radl, Ellen Kärcher, Eva Paulina Loska (im Uhrzeigersinn).

Foto: Alexander Schank, Elbshot, dee_licious_fotografie, Jan Frankl, Virgina Cateria, Verena Feingruber, N.N., Marcus Gaertner.