Studioproduktion der 67. Spielzeit: Das Bildnis des Dorian Gray

Nach dem großen Erfolg von George Orwells „1984“ kehrt Dominik Müller mit einem neuen Soloabend auf die Studiobühne der Gandersheimer Domfestspiele zurück. In einer kraftvollen, modernen Textfassung von Franziska Detrez erweckt er Oscar Wildes berühmten Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ zu intensivem, packendem Leben. Ein intensives Solo, das unter die Haut geht – sinnlich, verstörend und faszinierend zugleich. Im Zentrum steht die zeitlose Geschichte eines jungen Mannes, der seine Seele für ewige Jugend verkauft – ein schillerndes Spiel um Schönheit, Verführung, Macht und moralischen Verfall. Ganz nah, fast zum Greifen, entfaltet sich ein psychologisches Kammerspiel über Eitelkeit, Vergänglichkeit und die dunklen Seiten der menschlichen Sehnsucht. Dominik Müller zeigt in einem Abend voller sprachlicher Präzision und emotionaler Intensität, wie aktuell Wildes Klassiker bis heute geblieben ist. Premiere ist am 23. Juli. Zu sehen ist das Stück außerdem am 24., 26., 30., 31. Juli sowie am 2., 5. und 6. August, jeweils um 19 Uhr im Probenzentrum in der Neuen Straße 60a.

An dem vor 100 Jahren entstandenen Roman fasziniert Dominik Müller, wie aktuell dieser ist. Die eindeutigen Andeutungen von „Queerness“, wegen der Oscar Wilde und sein Roman damals auch verteufelt worden seien, lese sich wie manch eine moderne Serie, sagt er. Dorian Gray verdrehe Männern wie Frauen gleichermaßen den Kopf und scheine sich daran auch keineswegs zu stören.

Im Laufe des Ein-Personen-Stücks wird Dominik Müller in drei Rollen schlüpfen: Dorian Gray, Basil Hallward, den Maler seines Portraits, sowie Lord Henry, den einflussreichen Freund der beiden. Oscar Wilde hat einmal gesagt, dass diese drei Figuren verkörpern würden, wie er sich selbst sehe, wie die Welt ihn sehe und wer er gerne sein würde. Genau diese drei Charaktere zu zeigen, die sich im Spiel, der Sprache und Körperlichkeit unterscheiden, habe damit noch eine weitere interessante Ebene, sagt der Schauspieler. Narzissmus in unterschiedlichster Form stecke in jedem von uns, meint Dominik Müller: „Wer kann sich komplett davon lossprechen, dass es auch mal schön ist, wenn es um einen selbst geht und das Selbstwertgefühl gestreichelt wird?“ Es müsse ja nicht gleich manipulativ und selbstversessen sein wie in Oscar Wildes „Dorian Gray“.

Es gebe ja natürliche, gesunde Wege, sich länger „jung“ zu halten, sagt Müller. „Für mich persönlich würde sich ewige Jugend und Schönheit aber nur lohnen, wenn es den Menschen um mich herum gleich ergehen würde und man nicht irgendwann, zwar faltenfrei, aber alleine endet.“