Pressestimmen zu Das Bildnis des Dorian Gray

Dominik Müller kehrt mit einem neuen Soloabend auf die Studiobühne der Gandersheimer Domfestspiele zurück. In einer kraftvollen, modernen Textfassung von Franziska Detrez erweckt er Oscar Wildes berühmten Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ zu intensivem, packendem Leben. Im Zentrum steht die zeitlose Geschichte eines jungen Mannes, der seine Seele für ewige Jugend verkauft – ein schillerndes Spiel um Schönheit, Verführung, Macht und moralischen Verfall.

Das schreibt Udo Hinz im Göttinger Tageblatt (24.07.2026):

Der Soloabend „Das Bildnis des Dorian Gray“ nach dem gleichnamigen Roman von Oscar Wilde hatte bei den Gandersheimer Domfestspielen eine mit Standing Ovations gefeierte Premiere. Die überwältigende Leistung des Schauspielers Dominik Müller und die großartige Inszenierung auf der Studiobühne sind zutiefst gesellschaftskritisch und aktuell: Das Stück zerlegt die toxische Selbstliebe und zugleich eine sinnleere Selbstsuche der High Society. (…) In der sehr gelungenen Textfassung von Franziska Detrez Müller wird der 300-seitige Roman für das rund 80-minütige Bühnenstück zusammengeschrumpft. Überragend schafft es Müller in den Monologen, mal subtil, mal ganz offensichtlich Sarkasmus, Zynismus und Ironie mitschwingen zu lassen. Genau damit legt er offen, wie Oscar Wilde sich über die englische Oberschicht lustig machte und deren Dekadenz köstlich zerlegte.

Das schreibt Tina Fibiger in Gandersheimer Kreisblatt (30.07.2026):

Franziska Detrez hat Oscar Wildes Roman für ihre Bühnenfassung auf die drei zentralen Figuren konzentriert, die Dominik Müller mit ihren Motiven und deren Widersprüchen ausdrucksstark verwebt. Er ist in diesem dramatischen Portrait Darsteller, Rollenspieler und teilnehmender Beobachter, wenn er sich in die einfühlsame Stimme Basil vertieft, den ewig spottenden Lord Henry wie einen Entertainer posieren lässt und sein Dorian rücksichtslos nach weiteren Attraktionen und Schlagzeilen hungert. Alle drei sind zugleich Chronisten der Ereignisse, die sich bald in dem Portrait widerspiegeln. (…) Weder Dorian Gray noch seine vermeintlichen Bewunderer werden ihr Gefühlsleben und ihre originären Sehnsüchte und Bedürfnisse preisgeben, um sich lieber in verbale Schaukämpfe über Freiräume zu verstricken, die sie ausleben wollen und sich dabei in Szene zu setzen. Auch hier fasziniert das Schauspiel von Dominik Müller, wie er ihnen die Gestalt von Einzelkämpfern in einem gemeinsamen Schauspiel gibt. In diesem Beziehungsgeflecht wird jeder für sich bleiben und auf seine Weise altern und verkümmern, so wie diese Seelenlandschaft in dem Bilderrahmen.

Szenenbild aus „Das Bildnis des Dorian Gray“, Premiere am 23. Juli 2026.

Foto: Gandersheimer Domfestspiele gGmbH / Julia Lormis