Wer beim Musical-Klassiker Hello, Dolly! vor der Stiftskirche dabei ist

Erstmals in ihrer Geschichte zeigen die Gandersheimer Domfestspiele in diesem Jahr einen der größten Musical-Klassiker des Broadway: „Hello, Dolly!“. Dafür kehren zwei Publikumslieblinge auf die Bühne vor der Stiftskirche zurück: Die Hauptrolle der als als Heiratsvermittlerin wirbelnden, lebenslustigen Witwe Dolly spielt die zweifache Roswitha-Ring-Preisträgerin Nadine Kühn; Dominik Müller ist der reiche, ruppige Geschäftsmann Horace Vandergelder, der Dollys Dienste in Anspruch nimmt und am Ende zu ihr in Liebe entflammt. Er sorgt bei dem Musical auch für die Choreographie. Regisseurin ist Rita Sereinig, die erstmals in Bad Gandersheim inszenieren wird. Premiere vor der Stiftskirche ist am 3. Juli. Für Nadine Kühn ist es der vierte Sommer in Bad Gandersheim, Dominik Müller ist bereits zum fünften Mal bei den Gandersheimer Domfestspielen dabei.

Nadine Kühn freut sich schon auf einen weiteren Sommer im Schatten der zwei Türme der Stiftskirche und vor allem über die Möglichkeit, Dolly Levi im Musical „Hello, Dolly“ verkörpern zu dürfen. „Das ist großartig“, sagt sie. „Als Intendant Achim Lenz und Dramaturgin Jennifer Traum mir das verkündet haben, kullerte auch das ein oder andere Freudentränchen.“ Dolly sei eine „selfmade woman“, die immer den Durchblick habe (oder oft auch nur so tue) und alle Schwierigkeiten des Alltags mit Humor und Tatendrang meistere – und die Männerwelt dabei teilweise ziemlich auf Trab halte. „Das verspricht, sehr witzig zu werden. Die musikalische Leitung übernimmt wieder der wundervolle Ferdinand von Seebach, und ich lerne eine neue Regisseurin kennen: Rita Sereinig.“

Dominik Müller hat vor drei Jahren mit der Regisseurin schon einmal gearbeitet, bei einem „Magical Sing Along“, einer großen Karaoke-Party. Sie habe es bei dem Stück, in dem eigentlich das Mitsingen des Publikums im Vordergrund steht, geschafft, dass „am Ende ein für mich auch schauspielerisch erfüllender Abend daraus resultiert ist“, erinnert sich Dominik Müller. Natürlich freut er sich schon, Nadine Kühn wiederzutreffen, mit der er seit der Spielzeit 2023 gut befreundet ist. „Damals hatten wir bei ‚My Fair Lady‘ auf der Bühne eher wenig miteinander zu tun, in den folgenden Spielzeiten waren wir nie zusammen in Stücken besetzt.“ Dass er nun den Horace zusammen mit Nadine Kühn als Dolly spielen dürfe, „ist die Kirsche auf der Torte“. Seine größte Herausforderung als Choreograph des Musicals „Hello, Dolly!“ werde sein, dem ikonischen Film gerecht zu werden und eine Übersetzung der großen Tanzszenen zu finden, die gleichzeitig den Begebenheiten auf der großen Freilichtbühne trotzen, erzählt er – konkret: Wind und Wetter und lange Wege auf der Bühne im Gegensatz zu schnellen Schnitten am Set. „Ich kann es gar nicht abwarten, zu diesen wunderbaren Melodien zu choreografieren und jeden Tag einen neuen Ohrwurm zu haben“, freut sich Dominik Müller.

Im Mittelpunkt der Handlung bei „Hello, Dolly“ steht die unvergessliche Dolly Gallagher Levi – Heiratsvermittlerin, Lebensberaterin, Geschäftsfrau und Meisterin darin, überall ihre Hände im Spiel zu haben. Wenn sie sprühend vor Witz beschließt, selbst nach dem großen Glück zu greifen, entfaltet sich eine turbulente Geschichte um Liebe, Geld, Missverständnisse und den Mut, das Leben in die Hand zu nehmen. Die Bühne verwandelt sich dank mitreißender Musik in ein farbenfrohes Spektakel. Songs wie „Put On Your Sunday Clothes“, „Before the Parade Passes By“ oder das legendäre „Hello, Dolly!“ sorgen für musikalische Glanzmomente vor der Kulisse der Stiftskirche.

Nadine Kühn spielte im vergangenen Sommer June Carter in „Walk the Line – die große Johnny-Cash-Show“ sowie Fräulein Kost im Musical „Cabaret“. In den zwei vorigen Sommern war sie als Agnetha in „Dancing Queen – das große ABBA-Konzert“ sowie in den Musicals „Bonnie & Clyde“ und „My Fair Lady“ zu sehen. 2024 und 2025 wurde ihr als bisher erst zweiten Darstellerin in der Geschichte der Festspiele zwei Mal in Folge der Roswitha-Ring der Stadt Bad Gandersheim als beim Publikum beliebteste Schauspielerin verliehen.

Dominik Müller spielte in der vergangenen Spielzeit Oberon und Theseus im „Sommernachtstraum“, war Choreograph beim Musical „Cabaret“ und im zweiten Jahr in der Studioproduktion „Georg Orwell – 1984“ zu erleben. 2024 spielte er Monsieur Bouc im „Mord im Orient-Express“ und war Choreograph im Musical „Bonnie & Clyde“. 2023 war er als Fernand und in weiteren Rollen in „Der Graf von Monte Christo“ sowie im Ensemble des Musicals „My Fair Lady“ zu sehen, bei dem er auch die Choreographie übernahm. Vor der Stiftskirche spielte er bereits einmal 2017: als Hofmarschall von Kalb in „Kabale und Liebe“ und Robert Biberti in „Comedian Harmonists 2“.

Nadine Kühn und Dominik Müller.

Fotos: dee_licious_fotografie / Silke Thelen